«Ich bin eine stolze Kathi-Schülerin»: Eine Ehemalige teilt ihre Erfahrungen an der Wiler Mädchenschule
- jmlriedl
- vor 4 Stunden
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Julia-Maria Riedl
Was bedeutet es, eine Kathi-Schülerin zu sein? Eine Ehemalige blickt auf ihre Schulzeit am Kathi zurück und teilt ihre Erinnerungen.

Bild: Ralph Ribi
Die Oberstufenzeit – eine Zeit des Wandels, der Selbstfindung und der grossen Herausforderungen. Wir alle wissen, wie schwierig diese Phase sein kann. Doch es ist nicht nur der schulische Druck, der uns fordert. Es ist die Pubertät, die unsere Welt auf den Kopf stellt, die Eltern, die plötzlich so kompliziert erscheinen, und die Suche nach dem, was uns wirklich gefällt, was uns ausmacht.
Auch ich habe die Herausforderungen dieses Alters gespürt, aber ich hatte das grosse Glück, von meiner Schule getragen und unterstützt zu werden. Selten fühlte ich mich allein. Im Kathi wusste ich immer, dass ich ein offenes Ohr fand – sei es bei meinen Mitschülerinnen oder Lehrpersonen. Eine gute Schule bildet nicht nur, sie begleitet auch. Im Kathi habe ich das erlebt.
Ich denke oft an die gemeinsamen Momente zurück: das Singen, die Gespräche, die Rituale, die uns durch den Alltag trugen. Dazu gehörte auch der alljährliche Frühgottesdienst – zugegeben, das war nicht mein liebstes Ritual. Denn um 6 Uhr morgens in die Kirche zu gehen, war nicht besonders einfach. Doch wir machten es – alle gemeinsam, unabhängig vom Glauben, ob christlich oder muslimisch. In diesen frühen Stunden entstand ein Gefühl von Gemeinschaft, eine Verbindung, die uns auf eine ganz besondere Weise näherbrachte. Es war eine Erfahrung, die man so wohl nur am Kathi machen kann.
Nur mit Mädchen zur Schule zu gehen, war für mich in dieser Zeit genau das Richtige. Der Austausch untereinander fühlte sich offener und persönlicher an, und wir konnten das Mädchen-Sein in all seinen Facetten erleben. Die Buben habe ich nicht vermisst – wir hatten genügend Gelegenheiten, sie in der Freizeit zu treffen.
Und ja, ich finde, trotzdem sollten auch Buben am Kathi Platz haben, genauso wie eine Realschule. Einfach, weil ich allen Jugendlichen wünsche, die Chance zu bekommen, sich so frei und getragen zu entwickeln, wie es das Kathi mir ermöglicht hat. Und dafür bin ich bis heute dankbar.



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